Erdölbohrung: Ministerium bestätigt Gefahr für Grundwasser

09.08.19

Der jetzt vorliegende erste Bericht des Wirtschaftsministeriums zur jahrelangen Leckage an der Ölbohrung Emlichheim läßt die Grünen im Heidekreis aufhorchen. In diesem Bericht wird eine erhebliche Gefährdung des Grundwassers bestätigt und die Grüne Landtagsfraktion sieht den Schaden bei der Ölbohrung 132 in Emlichheim (Grafschaft Bentheim) möglicherweise in der Geschichte der niedersächsischen Ölförderung. Auch im Heidekreis finden seit Jahrzehnten Öl- und Gasbohrungen mit gravierenden Umwelt- und Gesundheistschäden statt.
Detlev Schulz-Hendel, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen und auch zuständig für die Belange im Heidekreis, fordert deshalb mehr Transparenz und mehr Tempo bei der Schadensuntersuchung.
Der jetzt vorliegende erste Bericht des Wirtschaftsministeriums zur jahrelangen Leckage an der Ölbohrung Emlichheim bestätigt eine erhebliche Gefährdung des Grundwassers. Zugleich bleiben wesentliche Fragen offen. Detlev Schulz-Hendel, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen, fordert deshalb mehr Transparenz und mehr Tempo bei der Schadensuntersuchung:
„Das jahrelange Leck bei der Ölbohrung 132 in Emlichheim (Grafschaft Bentheim) ist möglicherweise der Schaden in der Geschichte der niedersächsischen Ölförderung. Umso fahrlässiger ist es, dass die Landesregierung trotzdem gebetsmühlenartig wiederholt, es gebe keine Gefahr für die Bevölkerung. Das Wirtschaftsministerium räumt jetzt im ersten Sachstandsbericht an die Landtagsfraktionen ein, dass die Richtwerte für den Schutz des Grundwassers durch bis zu 220 Millionen Liter in Erdreich und Grundwasser gesickertes Lagerstättenwasser um ein Vielfaches überschritten sind. Die Unbedenklichkeitsschwelle für das krebserregende Benzol wird um den Faktor 423, für Chlorid, Bor und Barium um mehr als das 200fache überschritten.
Wir müssen leider feststellen, dass die Sicherheitsvorkehrungen bei Emlichheim 132 eklatant versagt haben. Das äußere Stahlrohr war offenbar bereits mehr als 60 Jahre alt. Und obwohl das Rohr auf einem Abschnitt von 60 Metern Länge durchrostet war, wollen Betreiber Wintershall Dea und das Landesbergamt als Aufsichtsbehörde jahrelang nichts von dem massiven Leck gemerkt haben. Dabei berichtete Wintershall in einem Arbeitskreis des Umweltministeriums intern etwas ganz Anderes: Erste Druckauffälligkeiten seien schon 2015 festgestellt wurden. Im Bericht des Wirtschaftsministeriums an den Landtag findet sich dazu nichts. Umso dringlicher ist es, dass die Umweltbehörden vom Wirtschaftsminister endlich mit zu Rate gezogen werden.
Wir brauchen mehr Transparenz und mehr Tempo. Obwohl die Leckage den Landesbehörden seit mindestens acht Monaten bekannt ist, sind die Untersuchungen zum Schadensausmaß noch immer nicht abgeschlossen. Der erste Sachstandsbericht des Wirtschaftsministeriums ist lückenhaft und lässt viele Fragen unbeantwortet. Die von den Grünen beantragte gemeinsame Sondersitzung von Wirtschafts- und Umweltausschuss kann nicht erst Ende August, sondern muss schnellstmöglich stattfinden.“

Erster Bericht zur Information der Fraktionen im Niedersächsischen Landtag Über den Austritt von Lagerstättenwasser bei einer Einpressbohrung im Landkreis Grafschaft Bentheim.
www.fraktion.gruene-niedersachsen.de/fileadmin/docs/abgeordnete/detlef_schulz-hendel/Dokumente/Vermerk_Emlichheim_132.pdf


Fragen für die Anhörung zur langjährigen Leckage von Leitungswasser am Wintershall-Bohrplatz in Emlichheim, Grafschaft Bentheim.
www.fraktion.gruene-niedersachsen.de/fileadmin/docs/abgeordnete/detlef_schulz-hendel/Dokumente/19_08_05_Emlichheim_-_Fragen_fuer_die_Unterrichtung.pdf


Statement vom 06.08.2019
Detlev-Schulz Hendel, MdL
Sprecher für Wirtschaft und Verkehr

Kategorie

2019 Fracking Landtag Umweltschutz