„Auswirkungen beträchtlich“

Grüne gegen geplanten Wall am Schießstand in Krelingen

Grüne gegen geplanten Wall am Schießstand in Krelingen

KRELINGEN. „Der Klimawandel ist da. Unsere Wälder ächzen unter den Folgen von Hitze und Trockenheit. Wir Grünen im Heidekreis sind entschieden gegen das Vorhaben der Kreisjägerschaft“, bezieht Ellen Gause, Sprecherin der Grünen im Heidekreis, deutlich Stellung gegen den geplanten Bau eines Walls am Schießstand in Krelingen.

Waldboden sei der beste Wasserspeicher, Wälder speicherten CO2 und würden ganz erheblich zu einem besseren Klima beitragen. Doch in Krelingen soll eine große Fläche Wald gerodet werden, damit ein riesiger Wall errichtet werden könne.

So könne man heute nicht mehr mit den Ressourcen umgehen, meint Lennard Lorenzen, Sprecher der Grünen. Nicht nur werde für den geplanten Wall belasteter Boden der Kategorie Z2 angefahren, auch der bleihaltige Boden bleibe vor Ort.

Damit keine Schadstoffe ins Grundwasser ausgewaschen würden, müsse der Wall zudem in Folie verpackt werden. Gleichzeitig werde eine gewaltige Fläche versiegelt, die der Grundwasserneubildung nicht mehr zur Verfügung stehe. Die Auswirkungen der Anlage auf das ökologische Gefüge im Umland seien mit Sicherheit beträchtlich, meint Ellen Gause. Allein das jahrelange An-und Auffahren des Bodens bedeute eine erhebliche Belastung der Umwelt.

„Uns Grünen fehlt außerdem ein Nutzungskonzept, das darlegt, wie die Anlage in Zukunft betrieben werden soll.“ In der Vergangenheit habe man sich über die Beschränkung, den Schießstand ausschließlich für jagdliches Ausbildungs-und Übungsschießen zu nutzen, hinweg gesetzt. Nur so habe eine Kontaminierung mit Blei in diesem Ausmaß entstehen können, so Lorenzen. Da es keine gesetzliche Verpflichtung für Jäger gebe, ihre Treffsicherheit regelmäßig nachzuweisen, dürfte es außerordentlich schwierig werden, festzulegen, wann das jagdliche Übungsschießen aufhöre und ein Eventschießen zur Finanzierung der Anlage anfange. Bei vergleichbaren Anlagen seien 3050 Einzelschüsse pro Werktag, also zirka 800.000 Schuss pro Jahr erlaubt.

Ob der Wall den Krelingern tatsächlich zu mehr Ruhe verhelfen würde, sei ebenfalls nicht belegt. Fest stehe: Ist die Anlage erst einmal da, müsse sie sich auch rechnen, so die Grünen. Das Problem sei durch das Schießen mit Schrot entstanden. Die Grünen fordern seit Langem ein Verbot dieser Jagd, weil es den Tierschutzrichtlinien und den ökologischen Erfordernissen widerspreche, so Gause. Lorenzen ergänzt, dass sie dagegen seien, dass ein noch größerer Umweltschaden angerichtet werde als der bestehende, nur weil die Verantwortlichen die Kosten für eine ordentliche Sanierung scheuen würden.

Kategorie

2021 Klimaschutz Kommunales Umweltschutz